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ESTRACK
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Unter dem Namen ESTRACK (ESA tracking stations) betreibt die Europäische Weltraumorganisation (ESA) ein Netz von Funkstationen, die zur Kommunikation mit Satelliten und Raumsonden und zur Unterstßtzung von Raketenstarts dienen. Durch weltweite Verteilung der Stationen ist gewährleistet, dass ein Raumfahrzeug stets mit mindestens einer Station Funkverbindung aufnehmen kann. Drei Stationen befinden sich in Europa, eine in Australien, zwei auf dem sßdamerikanischen Kontinent und eine mitten im Atlantik.cite-ref-0-1-0[1]
ESTRACK kann alle Aufgaben der modernen Raumfahrt bewältigen: Satellitentracking, Unterstßtzung von Raketen in der Startphase, Ranging, Positionsbestimmung, Deep-Space-Kommunikation, Laserkommunikation, bis hin zu den kritischen BahnmanÜvern bei innerplanetaren Missionen. Dienste dieser Art werden dabei auch fßr andere Weltraumorganisationen angeboten.
Zu den Raumfahrtmissionen, die ßber ESTRACK gesteuert wurden oder noch werden, zählen u. a. Herschel, Planck, Venus Express, Mars Express, ExoMars, Rosetta, Gaia, BepiColombo, LISA Pathfinder, Solar Orbiter, Euclid, JUICE, Aditya-L1, Hera und zahlreiche wissenschaftliche Satelliten. Kßnftig wird das Nancy Grace Roman Space Telescope unterstßtzt.
Contents
⢠Bodenstationen
⢠Cebreros (DSA2)
⢠Malargße (DSA3)
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Bodenstationen
Die Anfänge reichen zurßck in die Zeit von ESRO, dabei wurden zunächst bestehende Einrichtungen der Mitgliedsstaaten zu einem Netzwerk verbunden. ESTRACK besteht heute im Kern aus sieben Bodenstationen, die die Raumfahrzeuge mit dem Europäischen Raumflugkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt verbinden. Vier Tracking-Stationen in Kourou, Kiruna, Redu und Santa Maria mit kleinen Antennendurchmessern bis zu 15 Metern sind zur schnellen Verfolgung von Raumfahrzeugen in der Startphase und in erdnahen Umlaufbahnen. In neuerer Zeit wurden drei sogenannte Launcher Tracking Stations aufgebaut. Diese Antennen kÜnnen schnell rotieren und ihr Ziel in sehr kurzer Zeit erfassen und orten. Dazu gehÜrt NNO-2 in New Norcia mit 4,5 Metern Durchmesser, dazu in Santa Maria SMA-1 mit 5,5 Metern und MAL-X in Malindi. Die Station in Malindi reicht zurßck in die Anfänge der Italienischen Weltraumorganisation und wurde von der ESA mit einer 2-Meter Schßssel erweitert, um Raketenstarts und Satelliten in äquatornahen Bahnen zu unterstßtzen.
Drei Deep-Space-Stationen fĂźr Kommunikation in den tiefen Raum sind mit 35-Meter-Antennen ausgerĂźstet. Das Netzwerk kann die LEOP (Launch and Early Orbit Phase) nach Raketenstarts vom Centre Spatial Guyanais in Kourou Ăźberwachen. Während der Starts sind die Trackingeinrichtungen Galliot und Diane des CNES in Kourou zusätzlich in Betrieb. Die Optical Ground Station auf Teneriffa wurde bisher nur zeitweise im Testbetrieb fĂźr Laserkommunikation betrieben und wird sonst regelmäĂig zur Bahnbestimmung von Satelliten und Weltraumschrott fĂźr die Zwecke der Weltraumsicherheit eingesetzt.
Als erste Antenne des Netzwerks wurde 1975 eine 15-m-Antenne in Villafranca bei Madrid gebaut. Nach 42 Einsatzjahren bei der ESA wurde sie 2017 an einen kommerziellen Betreiber abgegeben.cite-ref-4-2-0[2]
Deep Space Antennas (DSA)
1998 beschloss die ESA, ein eigenes Netzwerk von Deep-Space-Stationen fĂźr âEinsätze im tiefen Weltraumâ (englisch deep space missions) mit 35-m-Parabolantennen aufzubauen, um mit geplanten interplanetaren Missionen Schritt zu halten und nicht mehr abhängig vom Deep Space Network (DSN) der NASA zu sein. Dabei wurden drei Stationen mit 35-m-Antennen im Abstand von jeweils rund 120° Länge Ăźber den Globus positioniert, sodass trotz der Erdrotation eine kontinuierliche Kommunikation mit weit entfernten Raumfahrzeugen mĂśglich ist. Zwei der drei Stationen befinden sich auf der SĂźdhalbkugel und ergänzen so die zahlreichen Deep-Space-Antennen diverser anderer Weltraumagenturen, die die Nordhalbkugel bereits gut abdecken. Alle vier Antennen sind Cassegrain-Beam-Waveguide-Antennen, bei denen die empfangenen Signale Ăźber ein Loch im Primärspiegel und diverse Reflektoren in den Unterbau der Antenne geleitet werden, wo sich die entsprechenden Empfänger und Sender befinden.
Zur hochpräzisen Zeiterfassung sind die Anlagen mit einer Wasserstoff-Maser-Atomuhr ausgestattet. Alle Stationen unterstĂźtzen Delta DOR (Delta Differential One-way Range), eine Technologie zur präzisen Ortsbestimmung eines Raumfahrzeugs, mit der die Position mittels zweier Antennen auf 1 Meter genau und die Geschwindigkeit bis auf 0,1 mm/s bestimmt werden kann, und verfĂźgen Ăźber GPS-TDAF (GPS Tracking and Data Analysis Facility) zur genauen Positionsbestimmung. Alle Antennen verfĂźgen Ăźber 2-kW- und 20-kW-Sendeanlagen und haben eine unterbrechungsfreie Stromversorgung fĂźr den Fall, dass das Ăśffentliche Stromnetz ausfällt. Die anfänglich vorhandenen Empfänger wurden auf â258 °Celsius gekĂźhlt, dadurch wird die Leistung der 35-m-Antennen soweit verbessert, dass sie der von ungekĂźhlten 40-m-Antennen entspricht. Alle Stationen sind mit Anlagen zur Radioastronomie ausgestattet und kĂśnnen sich an der radioastronomischen Forschung z. B. mittels VLBI beteiligen, solange sie nicht fĂźr Raumfahrtmissionen benĂśtigt werden. Die Teilnahme an VLBI ist auĂerdem notwendig fĂźr die hochpräzise Messung der Antennenposition bis in den Bereich von wenigen Millimetern.
Die Gaia-Mission produzierte sehr viele Daten und wäre ohne ein ESA-eigenes Antennennetz nicht mÜglich gewesen. Die Empfangskapazitäten und die Datenverarbeitung der Stationen wurden eigens fßr diese Mission aufgestockt. Das entfernteste Signal, das von den DSA empfangen wurde, stammte von der Cassini-Mission aus einem Abstand von 1,44 Milliarden Kilometern. Die Gaia-Mission sendete noch mit 10 MBit/s, die Euclid-Mission erreicht eine mittlere Datenrate von ca. 75 Mbit/s, knapp 100 Mbit/s inklusive Fehlerkorrektur. Dementsprechend wurden auch die Antennenanlagen, Einrichtungen und Datennetze weiter ausgebaut.cite-ref-3[3]
New Norcia (DSA 1+4)
Die erste Antenne der Station wurde 2002 in New Norcia in Australien gebaut. New Norcia erhielt ab 2015 eine Photovoltaikanlage, die im August 2017 fertig gestellt wurde. Mit einer Leistung von 250 kW soll sie 470 MWh an elektrischer Energie pro Jahr bereitstellen und etwa 40 % des jährlichen Strombedarfs decken.cite-ref-4[4] Ein zweiter Solargenerator mit einer Maximalleistung von 100 kW soll bis 2025 hinzukommen. Am 30. Januar 2020 gelang es der Station in New Norcia zum ersten Mal, mit zwei Missionen â Mars Express und ExoMars Trace Gas Orbiter â gleichzeitig zu kommunizieren. Dabei wurde gleichzeitig auf zwei verschiedenen Frequenzen gesendet.cite-ref-5[5]
ESA verĂśffentlichte 2019 die Planung einer hochmodernen 35-Meter-Antenne mit Ka-Band.cite-ref-5-6-0[6] Die Arbeiten wurden im April 2021 angekĂźndigt und die Infrastruktur mit einer StraĂenverbindung, Strom- und Datenleitungen ausgebaut. Der eigentliche Bau startete offiziell am 16. Juni 2022, die ausfĂźhrenden Unternehmen waren Thales Alenia Space, Frankreich und Schwartz Hautmont Construcciones MetĂĄlicas aus Spanien, das bereits mehrere GroĂantennen gebaut hat.cite-ref-7-7-0[7] Im September 2024 wurde der 122 Tonnen schwere Hauptspiegel mit einem mobilen 750-t-Kran montiert.
NNO3 bzw. DSA 4 wurde am 4. Oktober 2025 offiziell erĂśffnet und geht ab 2026 in den regulären Betrieb.cite-ref-10-8-0[8] Die nun technologisch am weitesten entwickelte Antenne des Netzwerks unterstĂźtzt die Missionen BepiColombo, JUICE, Solar Orbiter, Hera, Euclid und Vigil und die kommenden Missionen PLATO, EnVision, ARIEL, Ramses und ESA Vigil. AuĂerdem wird die Station das Nancy Grace Roman Space Telescope unterstĂźtzen.cite-ref-10-8-1[8]cite-ref-9-9-0[9] Der Empfänger der neuen Antenne wird auf 10 Kelvin (â263 °C) gekĂźhlt, dieses bewirkt je nach Frequenzband eine 40 bis 80 % hĂśhere Datenrate. Der Empfänger stammt vom franzĂśsischen Unternehmen Callisto Space und wurde speziell fĂźr ESA entwickelt. Der Sender der 20 kW-Klasse wurde mit bis zu 30 kW getestet.cite-ref-8-10-0[10] Die Station ist fĂźr kĂźnftige Erweiterungen vorbereitet, beispielsweise fĂźr K-Band Uplink fĂźr Mondmissionen im Bereich 22,55â23,15 GHz, ebenso fĂźr den neuen starken 80 kW X-Band-Sender fĂźr die Notfallkommunikation.
Zur Erweiterung der Anlage gehĂśrte auch der Bau eines neuen Kontrollraums fĂźr die drei Antennen mit dem Ground Station Monitoring and Control â Common Core (GSMC-CC) System der nächsten Generation. Vom neuen Kontrollraum wurde der ersten Start der Ariane 6 im Juli 2024 mit der Antenne NNO 2 verfolgt. Die Kosten sollen insgesamt 62,3 Millionen Euro betragen, davon stammen 3 Millionen von der Australian Space Agency, darin enthalten sind nicht nur Planung, Bau und Einrichtung der Antenne, sondern auch Neubauten und Verbesserungen am Kontrollraum und Servicegebäuden.
DSA1 in New Norcia soll wie die anderen Stationen ein Upgrade mit den besser gekßhlten Empfängern erhalten.
Cebreros (DSA2)
Die Station in Cebreros in Spanien wurde 2005 erĂśffnet und 2017 fĂźr den Empfang im Ka-Band aufgerĂźstet. Im Mai 2021 wurde ein Upgrade der Station in Cebreros abgeschlossen. Der neue X-Band Empfänger ist seitdem auf 10 K heruntergekĂźhlt (â263 °C), das erlaubt eine bis zu 40 % hĂśhere Datenrate im X-Band durch den verbesserten Empfang. Die hĂśhere Empfindlichkeit macht nun auĂerdem die UnterstĂźtzung von Missionen zu Uranus und Neptun mĂśglich. Anfang 2024 erhielt auch der Transceiver im Ka-band eine verbesserte KĂźhlung auf â263 °C, damit lässt sich das Rauschen der Empfänger reduzieren und die Datenrate um bis zu 100 % erhĂśhen.cite-ref-8-10-1[10]
MalargĂźe (DSA3)
Die letzte der drei Stationen wurde 2012 in MalargĂźe erĂśffnet. Am 19. November 2009 wurde mit dem argentinischen Staat ein Abkommen geschlossen, das den Aufbau und den Betrieb der Station in MalargĂźe fĂźr 50 Jahre zusichert. Das Abkommen verpflichtet den argentinischen Staat zur Bereitstellung von Dienstleistungen wie StraĂenanschluss, Wasser-, Strom- und Telekommunikationsleitungen; im Gegenzug werden zehn Prozent der Antennenzeit fĂźr nationale wissenschaftliche Projekte bereitgestellt. Von 2017 bis 2019 wurde MalargĂźe fĂźr vier Millionen Euro mit neuer Technik ausgerĂźstet fĂźr eine Ăźberarbeitete Signalverarbeitung und zusätzlichen Empfang im 26-GHz-Bereich. Diese Erweiterung im Ka-Band kann die Sonde BepiColombo zusätzlich unterstĂźtzen.cite-ref-6-11-0[11] Die Station in MalargĂźe bekam 2022 die Verbesserung der KĂźhlung auf â263 °C (10 K) fĂźr X-Band und Ka-Band.cite-ref-12[12]
Vertrag mit Goonhilly
Der wachsende Bedarf an Antennenkapazitäten fßhrte zu einem Vertrag mit Goonhilly Earth Station Ltd, dem Betreiber der Goonhilly Satellite Earth Station in Cornwall, Vereinigtes KÜnigreich. Dort wurden 9,5 Millionen Euro investiert und damit Antennen und Empfangslagen mit Hilfe der ESA zertifiziert und zu einer kommerziellen Deep-Space-Station ausgebaut.cite-ref-13[13] Die 32-Meter-Parabolantenne GHY-6 (Merlin) wurde als erste kommerzielle Deep-Space-Station im S- und X-Band im Juni 2021 erÜffnet.cite-ref-14[14] Die 30-Meter-Antenne GHY-3 (Guinevere) fßr X-Band folgte ca. 2022.
KĂźnftiger Ausbau
Der Ausbau der Antennennetze wird global vor allem in den Frequenzbändern X, K, Ka und Ku vorangetrieben wegen den damit mĂśglichen hĂśheren Datenraten, während der Bedarf fĂźr S-Band anteilsmäĂig sinkt. Ebenso spielt Laserkommunikation zukĂźnftig eine grĂśĂere Rolle. Derzeit wird ein 80-kW-Sender fĂźr die Deep-Space-Stationen entwickelt. Alle Systeme sind bereits fĂźr den neuen Sender vorbereitet.cite-ref-6-11-1[11] Dieser Sender kann dann Missionen bis zu den äuĂeren Planeten Uranus und Neptun unterstĂźtzen.
Aufgrund der steigenden Anzahl an Missionen werden zurzeit Studien fĂźr eine fĂźnfte Deep-Space-Antenne in MalargĂźe durchgefĂźhrt. Die Antenne soll zum Ende des Jahrzehnts potentiell mit Beteiligung der japanischen Weltraumorganisation JAXA errichtet werden.cite-ref-15[15] FĂźr JAXA wĂźrde sich die Himmelsabdeckung fĂźr Deep-Space Missionen sehr stark verbessern.
Die Station in Redu wurde 2024 an die EUSPA abgegeben, da sie zurzeit ohnehin permanent fĂźr das Galileo Satellitennavigationssystem genutzt wird. FĂźr Kiruna gibt es Ăberlegungen Ăźber eine weitere Antenne mit etwa 6 m Durchmesser zum Empfang von Nutzlastdaten der Earth Explorer Missionen im K-Band.cite-ref-16[16]
Antennen des ESTRACK-Netzwerks
| Namensgebender Ort 1 | Bezeichnung | Spiegel â (m) | Baujahr | Up | Down | Option | Erläuterungen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| New Norcia , Australien | NNO1, (DSA 1) | 35 0 | 2002 | S, X | S, X | | Beam-Waveguide-Antenne, Gewicht 580 t [ 17 ] ( 31° 2Ⲡ52,8ⳠS , 116° 11Ⲡ31,2ⳠO -31.048 116.192 ). Seit dem 1. Juni 2019 wird die Station von CSIRO im Auftrag der ESA unterhalten. [ 18 ] |
| New Norcia , Australien | NNO2 | 4,5 | 2015 | X | S, X | | Diese kleine und leichtbewegliche Antenne fĂźr schnelles Tracking wurde errichtet, um Aufgaben der Perth-Station zu Ăźbernehmen. Die Antenne hat einen erweiterten Sichtbereich, um Objekte in der Startphase zu finden, auch wenn die genaue Position nicht bekannt ist. Sie kann eine Radioquelle lokalisieren und hilft die groĂe Antenne präzise auszurichten. [ 17 ] |
| New Norcia , Australien | NNO3, (DSA 4) | 35 0 | 2025 | X, Ka | X, K, Ka | K up | Modernste Deep-Space-Anlage. Ausgestattet mit einem 20-kW-Sender. Die Anlage enthält einen speziellen Transponder fßr die Kalibration von Biomass . |
| Bodenstation Kiruna in Kiruna , Schweden | KI1 | 15 0 | 1990 | S | S, X | | Die Station besteht seit 1990 und ist fßr Satelliten mit polaren Umlaufbahnen zugeschnitten. ( 67° 51Ⲡ25,2ⳠN , 20° 57Ⲡ50,4ⳠO 67.857 20.964 ) |
| Bodenstation Kiruna in Kiruna , Schweden | KI2 | 13 0 | 2000 [ 19 ] | S | S, X | | [ 20 ] |
| Cebreros , Spanien | CEB (DSA 2) | 35 0 | 2005 | X | X, K, Ka | K, Ka up | HĂśhe 40 m, Gewicht 450 t, Kosten 30 Mio. Euro. [ 21 ] ( 40° 27Ⲡ10,8âł N , 4° 22Ⲡ4,8âł W 40.453 -4.368 ) Am Standort befand sich zuvor eine Antenne des DSN . Auch Standort ESAâs Test Bed Telescope (TBT) (Fly Eye) [ 22 ] |
| Santa Maria , Azoren , Portugal | SMA1 | 5,5 | | | S, X | | Erste ESTRACK-Station, die vom Weltraumzentrum Guayana startende Raketen mit mittlerer Bahnneigung ßberwachen kann. [ 23 ] Die 15-Meter-Antenne von Perth wurde hier neu aufgebaut, um die Trackingfähigkeiten der Station zu verbessern; sie soll 2018 in Betrieb gehen. [veraltet] [ 2 ] [ 24 ] ( 36° 59Ⲡ50,1ⳠN , 25° 8Ⲡ8,6ⳠW 36.99725 -25.135722222222 ) Nicht weit davon befindet sich die RAEGE-Station mit einem Gravimeter , einem Seismographen , einem Accelerograph , einer 13,2-Meter Antenne fßr VLBI und GNSS Stationen. |
| Kourou , FranzĂśsisch-Guayana | KRU | 15 0 | | S, X | S, X | | MASER-System zur Verfolgung von Flugbahnen von gestarteten Raketen, ĂberprĂźfung der Kommunikation mit Satelliten vor dem Start. [ 25 ] Eine 1,3-Meter Antenne mit X-Band Empfänger dient als Trackinghilfe. Die Station hat eine unterbrechungsfreie Stromversorgung und Einrichtungen fĂźr GPS-TDAF, GESS ( 5° 15Ⲡ3,6âł N , 52° 48Ⲡ18âł W 5.251 -52.805 ) Die Station Galliot der CNES befindet sich sĂźdlich von Kourou und unterstĂźtzt bei Raketenstarts. |
| MalargĂźe , Argentinien | MLG (DSA 3) | 35 0 | 2012 | X, Ka | X, K, Ka | K up | Standort in 1550 m Ăźber dem Meeresspiegel, HĂśhe 40 m, Gewicht 610 t. [ 26 ] Der Standort wurde bewusst auf der SĂźdhalbkugel gewählt, weil auf der Nordhalbkugel bereits eine Vielzahl von groĂen Antennen bestehen.( 35° 46Ⲡ33,6âł S , 69° 23Ⲡ52,8âł W -35.776 -69.398 ) MalargĂźe ist auch Standort des Pierre-Auger-Observatoriums . |
| Malindi, Kenia | MAL-1 | 10 | | S | S, L, X | | Die Station Malindi wird am Broglio Space Center von der italienischen Raumfahrtagentur ASI betrieben und verfßgt ßber eine 10-Meter Antenne, die bei Bedarf in der Startphase der Ariane-Raketen oder als Backup genutzt wird. [ 27 ] Zum Start von James Webb trat die Antenne prominent in Erscheinung. 2° 59Ⲡ45,5ⳠS , 40° 11Ⲡ39,5ⳠO -2.995968 40.194308 |
| Malindi, Kenia | MAL-X | 2 | 2015 | X | X | | Am Standort wurde fĂźr LISA Pathfinder von der ESA eine 2-Meter-Tracking-Antenne fĂźr X-Band eingerichtet. |
| Namens-gebender Ort 1 | Bezeich-Ânung | Spiegel â (m) | Bau-jahr | Betriebs-ende | Up | Down | Erläuterungen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Fairbanks | | | 1967 | 1974 | VHF | VHF | Bodenstation der Vorgängerorganisation ESRO in Alaska. Wiederinbetriebnahme von 1975-1977. [ 28 ] [ 29 ] |
| Maspalomas , Afrika | | 15 | | 2017 [ 2 ] | S | S, X | Station auf Gran Canaria, Spanien ( 27° 45Ⲡ46,8ⳠN , 15° 38Ⲡ2,4ⳠW 27.763 -15.634 ). [ 30 ] 2017 wurde die Station an INTA ßbergeben, arbeitet aber weiterhin fßr ESA. [ 2 ] |
| Ny-Alesund | | 17 21 | 1967 | 1974 | VHF | VHF | Bodenstation der ESRO auf Spitzbergen. Die Station befand sich auf dem Gelände des heutigen Flugplatzes. Eine Antenne war nur zum Senden, die andere nur zum Empfang. Fßr Satelliten auf polaren Umlaufbahnen wird heute die Svalbard Satellite Station genutzt. |
| Odenwald , Deutschland | | 15 13,5 | 1975 | 2002 | S | S | Auch bekannt unter dem Namen ESOC-Bodenstation Michelstadt . Aufgebaut 1975 und fĂźr Hipparcos und Meteosat genutzt. Die Anlage wurde 2002 an einen kommerziellen Satellitenbetreiber abgegeben. Nach Insolvenz ist die Anlage seit ca. 2010 auĂer Betrieb und in ruinĂśsem Zustand. |
| Perth , Australien | | 15 | 1987 | 2017 [ 2 ] | S | S, X | UrsprĂźnglich 1985 in Carnavon errichtet und dann 1987 nach Perth gebracht. Die Station in Perth wurde 2015 vom Netz genommen. Die Besiedelung kam der Antenne immer näher, damit entstanden zunehmende Probleme durch stĂśrende Funksignale, auĂerdem wurde die Betriebslizenz nicht weiter verlängert. Die Aufgaben wurden in New Norcia Ăźbernommen oder an kommerzielle Satellitenbetreiber nach Dongara abgegeben. [ 1 ] [ 17 ] Die Antenne selbst wurde an PT Space abgegeben und neben der Santa-Maria-Station auf den Azoren neu errichtet. [ 2 ] [ 24 ] Am Standort in Perth betreibt Telstra Landsdale eine Antennenstation fĂźr Telekommunikation, die auch die 15-m-Antenne betreute. ( 31° 48Ⲡ10,8âł S , 115° 53Ⲡ6âł O -31.803 115.885 ) |
| Port Stanley | | | 1967 | 1974 | VHF | VHF | Bodenstation der ESRO auf den Falklandinseln. |
| Villafranca del Castillo , Spanien | VIL-1 | 15 | 1975 | 2012 [ 31 ] | S | S | VIL-1 wurde 1975 als erste Antenne des Netzwerks gebaut. Sie soll fßr Cooperation for Education in Science and Astronomy Research (CESAR) fßr Ausbildung von Studenten an europäischen Universitäten genutzt werden. [ 32 ] ( 40° 26Ⲡ24ⳠN , 3° 57Ⲡ0ⳠW 40.44 -3.95 ) |
| Villafranca del Castillo , Spanien | VIL-2 | 15 | | 2017 [ 2 ] | S | S | Villafranca ist Standort fßr das ESAC -Missionszentrum. [ 32 ] Am 1. September 2017 wurde VIL-2 abgegeben an INTA. Die Antenne bleibt Teil des ergänzenden Netzwerks. [ 2 ] |
| Villafranca del Castillo , Spanien | VIL-4 | 12 | | 2015 [ 33 ] | C, X | C, X, Ka | Anfänglich fßr Betrieb im C-Band gebaut, dann fßr Technologietests fßr Empfang in X- und Ka-Band und Senden in X-Band genutzt, 2015 abgebaut. |
| Redu , Belgien | RED | 15 | (1967 [ 34 ] ) 1995 [ 35 ] | 2024 | S | S | Die ESTRACK-Antenne wurde 1995 erbaut, zuletzt ausschlieĂlich fĂźr Galileo genutzt und 2024 komplett an EUSPA Ăźbergeben. |
Die Stationen befinden sich typischerweise einige dutzend Kilometer vom namensgebenden Ort entfernt.
Internationale Zusammenarbeit
ESTRACK teilt seine Kapazitäten mit anderen Raumfahrtorganisationen und Netzwerken, die ihrerseits wiederum Kapazitäten fßr ESA-Missionen bereitstellen. Solche Netzwerke sind z. B. ASI (Italien), CNES (Frankreich), DLR (Deutschland), das DSN der NASA, das Goddard Space Flight Zentrum, die 64-Meter-Antenne des Usuda Deep Space Centers, die 54-Meter-Antenne der Misasa Deep Space Station betrieben von JAXA (Japan) und das Telemetry, Tracking and Command Network (ISTRAC) der indischen RaumfahrtbehÜrde ISRO. ESTRACK unterstßtzte Missionen von China und Russland und die Landung von NASA-Rovern auf dem Mars.
Stationen, mit denen Abkommen zur Zusammenarbeit bestehen, befinden sich in Poker Flat, Goldstone, Madrid, Weilheim, Esrange, Hartebeesthoek, Malindi, Kerguelen, Usuda, Masuda, Canberracite-ref-36[36], Galliot (Frz. Guayana), Natal Tracking Station in Rio Grande do Norte (Brasilien), Libreville (Gabun), Ascension.cite-ref-37[37] Das Sardinia Radio Telescope mit 64 Metern Durchmesser ist in erster Linie eine wissenschaftliche Einrichtung, ist aber auch als Deep-Space-Empfangsstation ausgerĂźstet und zertifiziert und kann bei Bedarf in ESTRACK und DSN eingebunden werden.
ESTRACK kann Funktionen des DSN ßbernehmen oder umgekehrt. Beide Netzwerke kÜnnen sich in Notfällen unterstßtzen, Antennen zusammenschalten und gegenseitig Daten austauschen. Ein Abkommen zur generellen gegenseitigen Unterstßtzung wurde zwischen NASA und ESA am 21. März 2007 abgeschlossen.cite-ref-38[38] Die Zusammenarbeit ermÜglicht erhÜhte Auslastung, gegenseitige Unterstßtzung in Notfällen und als Backup, mehr Flexibilität und Erweiterung der wissenschaftlichen Erträge fßr alle. Um die internationale Zusammenarbeit der Trackingeinrichtungen zu erleichtern, drängt die ESA auf Entwicklung und Anwendung von international anerkannten Standards zum Datenaustausch.cite-ref-0-1-2[1] Alle Anlagen entsprechen den Bestimmungen des CCSDS.
2019 liefen Tests zur Nutzung der 30-Meter-Antenne der Bodenstation Weilheim des DLR als zusätzliche Deep-Space-Antenne zur Erweiterung der Empfangskapazitäten. Die Technik mĂźsste dazu modernisiert und ausgebaut werden, auĂerdem kĂśnnte die Antenne, die seit längerer Zeit nur noch Empfänger hat, wieder mit einem Sender ausgestattet werden. Die Anlage ist fĂźr Deep-Space-Kommunikation konstruiert und dafĂźr zertifiziert und wurde in der Vergangenheit bereits zur UnterstĂźtzung von diversen Deep-Space-Missionen genutzt.cite-ref-39[39]
Am 30. Juli 2021 unterzeichnete ISRO ein Abkommen mit ESA zur gegenseitigen Unterstßtzung in missionskritischen Situationen fßr ausgewählte Weltraummissionen, beispielsweise fßr die LEOP nach Raketenstarts, das Einschwenken in eine Umlaufbahn oder eine Landung auf einem HimmelskÜrper. Das Abkommen unterstßtzt den Austausch von Navigationsdaten, Unterstßtzung im Missionsbetrieb und die Weiterleitung von Daten. Gelegenheiten zur Umsetzung des Abkommens bestehen in den Missionen der ISRO mit dem bemannten Raumfahrtprogramm Gaganyaan, der Mondmission Chandrayaan-3 und Aditya-L1 zur Erforschung der Sonne. Im Gegenzug kann ESA die Trackingstationen der ISTRAC und die Deep Space Station des IDSN in Byalalu bei Bangalore fßr eigene Missionen nutzen.cite-ref-40[40]
Ergänzendes Netzwerk
Neben den ESA-eigenen Antennen und den Abkommen zur gegenseitigen Nutzung von Antennenstationen mit anderen Weltraumagenturen gibt es noch ein ergänzendes Netzwerk von kommerziellen Satellitenstationen, die ßber Verträge Dienste fßr das Netzwerk bereitstellen. Diese Antennen werden fßr gewÜhnlich von diversen nationalen Raumfahrtagenturen oder Telekommunikationsgesellschaften betrieben. Diese Stationen werden hauptsächlich während der LEOP-Phase nach Raketenstarts genutzt, wenn das bestehende Netz nicht ausreicht und sind fßr Satelliten, die Bahnen ßber die Pole haben.cite-ref-0-1-3[1] Diese Stationen werden zu anderen Zeiten von kommerziellen Satellitenbetreibern und anderen Weltraumagenturen genutzt.
⢠Dongara Station in West-Australien (war zwischenzeitlich Ersatz fßr die Station in Perth)
⢠Santiago de Chile in Zusammenarbeit mit dem Raumforschungszentrum der Universität von Chile, betrieben durch SSC Chile
⢠South Point Station bei Kailua-Kona auf Hawaii, betrieben durch Universal Space Network
⢠Svalbard Station bei Longyearbyen, Spitzbergen, betrieben durch Kongsberg Satellite Services AS (KSAT)
⢠Troll Satellite Station in der Antarktis, betrieben durch KSAT
⢠Goonhilly Satellite Earth Station, betrieben durch Goonhilly Earth Station Ltd.
Weblinks
⢠Ăberblick Ăźber die Bodenstationen auf den Seiten der ESA (englisch)
⢠Estrack Broschßre der ESA Broschßre (englisch, PDF-Datei, 4,1 MB)
⢠ESTRACKnow. Abgerufen am 6. Juli 2019.
Einzelnachweise
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